Das eigene Haus ist für viele Menschen der größte Traum. Trotzdem müssen die meisten natürlich aufs Geld schauen, und so stellt sich zwangsläufig nach kurzer Zeit die Frage, wo man hier am besten Kosten senken kann. Denn es ist zwar relativ leicht, ein hochwertiges teures Haus zu bauen. Es ist auch nicht schwer, ein minderwertiges billiges Haus zu bauen. Aber die eigentliche Kunst und eben auch unser Ziel besteht darin, ein hochwertiges kostengünstiges Haus herzustellen. Bei dem die Reduzierung der Kosten weder zu einer Verminderung der Qualität des Gebäudes führt, noch die Wohlfühlatmosphäre darunter leidet. Oder kurz zusammengefasst – größtmögliche Qualität zu kleinstmöglichem Preis.

Doch wie funktioniert das im Detail? Was macht ein Haus teuer und was hilft beim Sparen? Gleich vorweg – die eine Lösung, mit der Sie zigtausend Euro einsparen können, gibt es leider nicht. Vielmehr ergibt sich eine spürbare Kostensenkung erst durch das Zusammenspiel vieler verschiedener Maßnahmen. Je mehr davon und je konsequenter Sie diese anwenden, umso größer ist letztendlich Ihre Ersparnis.

Und auch wenn sich das Gerücht hartnäckig hält – das Architektenhonorar spielt bei den Kosten des Hausbaus eine eher untergeordnete Rolle – denn gerade durch die individuelle Planung ergeben sich auch viele Möglichkeiten zur Kostensenkung.

Ich habe für Sie in diesem Artikel die 8 wichtigsten Tipps zusammengefasst, mit denen Sie beim Bau Ihres Hauses richtig viel Geld sparen können.

Tipp 1: Auf unnötige Räume verzichten

Sie wollen unbedingt fünf Schlafzimmer? Und davon alle mit eigenem Bad und begehbarem Kleiderschrank? Weiters ein separates Arbeitszimmer, einen Hauswirtschaftsraum und im Keller zumindest noch Platz für die Haustechnik, einen Fitnessraum, einen Hobbyraum, ein Dampfbad und eine Sauna? Dann hört sich das nach einem wirklich schönem Projekt an – und ich freue mich, wenn ich es für Sie planen darf 😉

Aber Kosten sparen geht natürlich anders.

Badezimmer

Bäder kosten viel Geld.

Wenn Sie Kosten sparen wollen, sollten Sie jeden einzelnen Raum und jede Fläche gedanklich hinterfragen. Unter anderem sollten Sie sich überlegen:

  • Brauche ich einen Keller? Oder besteht die Gefahr, dass er bereits nach wenigen Jahren zu einer ungenutzten Rumpelkammer verkommt?
  • Genügt mir statt einem zweiten oder dritten Bad auch ein großzügiges Familienbad – mit Doppelwaschtisch und genügend Ablageflächen für alle?
  • Will ich wirklich ein Zimmer (möglicherweise sogar mit separatem Bad) jederzeit für Gäste bereit halten?
  • Genügen mir statt einem eigenen Ankleidezimmer auch hohe Kästen im Schlafzimmer?
  • Komme ich statt mit einem Arbeitszimmer auch mit einem kleinen Arbeitsbereich in einem der anderen Räume aus?
  • Brauche ich im Obergeschoß Balkone und Terrassen?
  • Braucht jedes Kind ein eigenes Zimmer?

Was den Keller angeht, so scheint es geradezu Glaubenskriege der Kellerbefürworter und Kellergegner zu geben. Und die Argumente beider Lager haben durchaus ihre Berechtigung. Tatsache ist, dass der Keller selbst die geringsten Kosten pro Quadratmeter hat. Trotzdem kommen durch Aushub, Isolierungen, Maßnahmen gegen Grundwasser, zusätzliche Kellerwände, nötige Drainagen, etc. ordentliche Summen zusammen. Also sollten Sie die Räume weder als Lager noch für Haustechnik, Hobbyraum oder einen Wellnessbereich benötigen, ist das Weglassen des Kellers eine gute Möglichkeit um Geld zu sparen.

Tipp 2: Setzen Sie auf kompakte Grundrisse

Vereinfacht kann man sagen, es gibt zwei Möglichkeiten, den Grundriss kostentechnisch zu optimieren. Nämlich durch

  • eine möglichst kompakte Form (rechteckig, im Idealfall sogar quadratisch) und durch
  • eine gute Raumaufteilung.

Durch die Minimierung von Gangflächen und eine gute Raumaufteilung können Sie insgesamt Größe und somit bares Geld sparen, ohne spürbar auf etwas verzichten zu müssen.

Auch die geschickte Anordnung der Sanitärleitungen hilft beim Sparen. Sind alle Leitungen in einem Schacht gebündelt, ist nicht nur weniger Material, sondern auch weniger Arbeitsaufwand bei der Montage notwendig.

Jeder Vor- und Rücksprung am Haus sorgt ebenfalls nicht nur für zusätzliche Baukosten sondern in der Folge auch für höhere Betriebskosten. Denn durch die Erhöhung der Oberfläche geht mehr Wärme verloren.

Haus mit großen Glasflächen

Vordächer, Hebeschiebetüren: schön, aber teuer.

Wenn Sie auf einen Balkon nicht verzichten wollen, können Sie anstelle eines frei auskragenden Balkons auch einen Balkon auf eigenen Stützen wählen. Diese sind nicht nur billiger in der Herstellung sondern helfen auch, Wärmebrücken zu vermeiden.

Tipp 3: Besser in die Höhe statt in die Breite bauen

Während beim Verzicht auf den Keller viel Einsparungspotential gegeben ist, verhält sich die Sache beim Verzicht aufs Obergeschoß leider anders. Zwar fällt die notwendige Fläche für die Stiege und die Zwischendecke weg, jedoch kommen statt dessen mehr Kosten für Fundamente, Bodenplatte und Dachfläche hinzu. Und auch die späteren Heizkosten sind bei gleichwertiger Bauweise höher.

Daher – auch wenn der Bau eines Bungalows in vielerlei Hinsicht wie z.B. Barrierefreiheit positiv zu beurteilen ist, Kosten zu sparen hilft er leider nicht.

Hinzu kommt, dass man gerade im städtischen Bereich oft durch die Bebauungsbestimmungen ohnehin nicht beliebig in die Breite bauen darf. Was aufgrund der immer weiter voranschreitenden Bodenversiegelung auch – nicht nur im städtischen Bereich – sinnvoll ist.

Tipp 4: Erwägen Sie Alternativen zu klassischen Bauweisen

Allgemein gilt der Holzriegelbau als die günstigste Variante im Hausbau. Aufgrund des hohen Vorfertigungsgrads und der dadurch bedingten geringen Bauzeiten setzen auch viele Fertigteilhaushersteller auf diese Bauweise.

Auch im Baukostenrechner der Österreichischen Sparkasse, der für eine grobe Ersteinschätzung gedacht ist, gibt es eine klare Abstufung zwischen Massivbau, Holzriegelbau und Fertigteilhaus.

Nicht berücksichtigt ist jedoch die Möglichkeit der Einsetzung von (noch) eher unkonventionellen Bauweisen. Oft sind dies Anleihen aus dem Industriebau. Anhänger des “Industrial Chic” können zusätzliches Geld sparen durch blanke Sichtbetonwände oder unverkleidete Stahlträger.

Wenn Sie zwar massiv bauen wollen, aber sich weder mit dem klassischem Wärmedämmverbundsystem noch mit Sichtbetonwänden und Dämmbeton anfreunden können, dann sind möglicherweise Dämmziegel eine Überlegung wert. Denn verputzt sind sie äußerlich nicht von konventionellen Bauweisen zu unterscheiden. Und auch wenn die Ziegel selbst teurer sind – es wird dafür keine extra Dämmschicht benötigt. Und das hilft, insgesamt wieder Kosten zu senken.

Tipp 5: Trauen Sie sich, die verwendeten Materialien herzuzeigen

Versuchen Sie, nicht alle tragenden Elemente – ob Stahlträger, Betondecke oder Holzträger – zu verstecken. Da es im Einfamilienhausbau weniger Anforderungen an den Brandschutz gibt, da man – anders als in großen Mehrfamilienhäusern – damit rechnen kann, dass die Bewohner im Brandfall binnen kürzester Zeit das Freie erreichen – gibt es hier den Brandschutz betreffend einige Erleichterungen. Vorteil hierbei ist, dass Sie sich dadurch Brandschutzverkleidungen – die ordentlich ins Geld gehen können – großteils sparen können. Und als Bonus verleihen die unverkleideten Tragelemente gleichzeitig dem Raum einen individuellen Charakter.Wohnzimmer

Unverkleidete Holzkonstruktion an der Decke.

Tipp 6: Fenster bewusst einsetzen

Fenster- und Glasflächen zählen eindeutig zu den teureren Wandflächen. Vom oft genannten Tipp, die Fensterflächen aus Kostengründen möglichst stark zu reduzieren rate ich trotzdem ab, da dies meiner Meinung nach auf Kosten der Wohnqualität geht. Natürlich ist es sinnvoll, zu hinterfragen, ob Sie tatsächlich z.B. wandhohe Glasflächen über ein ganzes Geschoß brauchen. Zum Beispiel wenn Sie sich in Wahrheit nach kürzester Zeit unwohl fühlen würden, weil Sie vor den Blicken der Nachbarn nicht ausreichend geschützt sind. Sinnvoll zu hinterfragen ist weiters, wie viele öffenbare Fenster Sie brauchen. Denn Fixverglasungen sind kostengünstiger als öffenbare Elemente. Und Drehflügeltüren sind wiederum kostengünstiger als Hebeschiebetüren. Es lohnt sich auf jeden Fall, darüber nachzudenken.

Tipp 7: Bleiben Sie spartanisch bei der Innenausstattung

sichtbares Lüftungsrohr im Wohnraum

Wenn Sie noch weiter gehen möchten, haben Sie unter anderem folgende Möglichkeiten:

  • Bodenbeläge weglassen – statt Parkett oder Stein zu verlegen, können die Böden z.B. geschliffen und anschließend versiegelt werden.
  • Verzichten Sie auf teure Wandverkleidungen.
  • Setzen Sie bei der Auswahl der Sanitärgegenstände anstatt auf teure Designer auf solide preisgünstige Marken.
  • Verlegen Sie Leitungen – Lüftungen, Stromleitungen, Heizungsrohre – sichtbar im Raum.

Tipp 8: Leisten Sie sich für die Planung eine Architektin

Oft sind gerade die Low Budget Häuser Architektenhäuser. Warum das so ist, ist einfach erklärt. Denn ein Low Budget Haus ist zwar aufwendiger zu planen, aber in Summe rechnet sich die Planung für Sie.

Die Kunst ist hierbei, herauszufinden, welcher Stil den Bauherrn anspricht, welche Bauweisen und Einsparungen für ihn in Frage kommen und in welchen Bereichen man doch auf konventionelle Lösungen setzt.

Ich helfe Ihnen gerne bei der Planung Ihres kostengünstigen Eigenheims und schaue – wenn Sie das möchten – von Anfang darauf, den Low Budget Aspekt im Hinterkopf zu behalten.

Sie haben bereits ein konkretes Projekt vor Augen, das Sie in nächster Zeit umsetzen wollen?

Kontaktieren Sie mich – wir klären gemeinsam bei einem kostenlosen Erstgespräch die wichtigsten Eckdaten und ich mache Ihnen ein individuelles Angebot!

Text: Eva Wolleitner
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